Mehr als ein Drittel der Landesfläche der Schweiz wird landwirtschaftlich genutzt (Landwirtschaftliche Nutzfläche, Sömmerungsgebiet). Die Landbedeckung und Nutzung im Landwirtschaftsgebiet, im Zusammenspiel mit den anderen Landnutzungen, bestimmt die Wasser-, Stoff- und Energieflüsse in der Landschaft sowie die Wahrnehmung der Landschaft durch die Bevölkerung. In besonderem Masse ist auch die Biodiversität von der Zusammensetzung der (Agrar-) Landschaft sowie von der räumlichen Anordnung der einzelnen Landschaftselemente abhängig. Wir wissen zunehmend mehr über diese Zusammenhänge und die Erkenntnisse fliessen auch in (Agrar-) politische Massnahmen ein (ökologische Infrastruktur, Gewässerraum, Vernetzungsprojekte, Strukturverbesserungsmassnahmen, Entscheidungshilfen). Dabei kommt es jeweils zu Interessenabwägungen (Synergien und Tradeoffs) zwischen den landwirtschaftlichen Produktionszielen und dem Ressourcenschutz bzw. deren natürlichen Grenzen. Forschungsbedarf besteht bei der Identifikation von nachhaltigen Lösungen, um die Trade-offs möglichst zu minimieren. Hierzu zählen einerseits innovative Anbausysteme und die Gestaltung von Agrarlandschaften, welche eine produktive Landwirtschaft im Einklang mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen (d.h. Biodiversität oberirdisch und unterirdisch) ermöglichen. Andererseits muss die Schnittstelle der Förderung auf Betriebsebene zur effizienten Förderung der regionalen Biodiversität und Landschaftsqualität gut verstanden sein. Aufgrund der Tatsache, dass die Landbewirtschaftung durch verschiedenste Stakeholder erfolgt, kann eine strategische Landschaftsplanung und -gestaltung nur in enger Interaktion mit Menschen erfolgreich durchgeführt werden. Dazu sind "Enabling Prozesse" wie gemeinsames Lernen, Multistakeholder-Diskussionen und Co-Design-Lösungen essentiell.