Folgend Artikel 104 hat der Bund dafür zu sorgen, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung der Bevölkerung, der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Pflege der Kulturlandschaft und zur dezentralen Besiedlung des Landes leistet. Artikel 104a führt auf, welche Voraussetzungen der Bund zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu schaffen hat, was unter anderem die ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion und die zu einer nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft beitragenden grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen umfasst. Das vom Bund eingesetzte Instrumentarium zur Erfüllung der Artikel 104 und 104a umfasst seit dem Wechsel von Marktpreisstützungen auf Direktzahlungen vor allem die zunehmend auf spezifische Ziele ausgerichteten Direktzahlungsprogramme zum Beispiel zur Förderung der Biodiversität oder des Tierwohls oder zur Reduktion von Treibhausgasemissionen (Huber et al., 2024). Gleichzeitig besteht weiterhin Grenzschutz in Form von tarifären und nicht-tarifären Handelsmassnahmen auf unterschiedlichen Produkten und die Schweiz unterhält eine Vielzahl von bilateralen Freihandelsabkommen mit verschiedenen Partnerländern. Die Auswirkungen dieser produktions- und handelsorientierten Politiken auf die landwirtschaftlichen Strukturen, die Produktion, die Umwelt und Einkommen auf Betriebs-, Sektor- und Produktebene werden regelmässig zuhanden politischer Entscheidungsträger und als Beitrag zur öffentlichen Diskussion evaluiert. Neben der Bewertung ist auch die Weiterentwicklung des politischen Instrumentariums ein Fokus der Agroscope Forschung. Dabei soll das Potential neuer Instrumente zur Verbesserung der Effektivität und Effizienz der Agrarpolitik untersucht werden. Das Methodenspektrum von Agroscope zur ex-ante Analyse agrar-, umwelt- und handelspolitischer Massnahmen umfasst die von Agroscope entwickelten Modelle SWISSland, SALCA und SWISSfoodSys. Darüber hinaus werden zur ex-post Analyse ökonometrische Methoden angewandt. Umfragen und Verhaltensexperimente, quasi-experimentelle Methoden, systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen und qualitative methodische Ansätze werden unter anderem für mixed method Ansätze genutzt.