Michael Gysi: Mit Agroscope auf den Forschungsgipfel

Michael Gysi

Von der Verbundenheit mit der Scholle und konkreten Fragen aus der landwirtschaftlichen Praxis bis zum Management ist in Michael Gysis Berufsalltag alles enthalten. Neben den operativen Aufgaben als Chef Agroscope vertritt er das Forschungsunternehmen mit über 1000 Mitarbeitenden auch im Verwaltungsrat, genannt Agroscope-Rat. Hier ist strategisches Denken zur zukünftigen Ausrichtung von Agroscope gefragt. „Mein Job ist extrem vielfältig“, fasst er zusammen.

Landwirtschaft und Umwelt, Ernährung und Gesundheit und dies alles vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen – Themen, die künftig noch an Wichtigkeit zunehmen. Gysi ist überzeugt: „Ich arbeite für eine echte Herausforderung und für ein konkretes Bedürfnis der Schweizer Bevölkerung.“

Michael Gysi, Jahrgang 1968, ist mit der landwirtschaftlichen Forschung seit seiner Kindheit verbunden; seine Wahrnehmung hat sich ständig erweitert: Als Bub hat er seinen Vater an dessen Arbeitsplatz, der Forschungsanstalt in Wädenswil ZH, besucht. Er studierte Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich; während seiner ETH-Doktorarbeit zum Thema Bodenverbesserung lernte er die damalige FAT in Tänikon TG kennen, wo er später als Vizedirektor arbeitete. Seinen Executive Master of Business Administration (MBA) erlangte er an der Universität St. Gallen. 2006 zog er mit seiner Familie nach Bern und begann seine Arbeit als Direktor von Agroscope Liebefeld-Posieux ALP. Durch die Integration 2008 des Schweizer Nationalgestüts in Avenches ins Agroscope-Gefüge lernte er die Pferdebranche noch besser kennen. 2013, als Chef Agroscope, kamen für ihn die weiteren Standorte Reckenholz, Changins, Conthey, Cadenazzo und Pully hinzu.

Bei Agroscope arbeitet er mit zahlreichen Menschen, die aus einer starken inneren Kraft getrieben täglich ihr Bestes geben – sei dies der Betriebstechniker, der sich umsichtig um den Maschinenpark kümmert, die international vernetzte Spitzenforscherin oder die neue Geschäftsleitung, die nahe am Kerngeschäft Forschung und Vollzug handelt und entscheidet. Gysi: „Mit solchen Menschen zu arbeiten, ist spannend und motiviert!“

Ein Gespräch mit einem Getreidebauern, eine Diskussion mit einer Beraterin aus einer kantonalen Zentrale, ein Gedankenaustausch mit einem Verbandsvertreter aus der Land- und Ernährungswirtschaft, oder ein Treffen mit Vertretern aus anderen Bundesämtern: Auch diese Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Anspruchsgruppen von Agroscope bezeichnet er als „schöne Momente“.

Als Chef Agroscope auf täglicher Mission für die Forschung, Titularprofessor der Universität Bern, Vater von drei schulpflichtigen Kindern und leidenschaftlicher Bergsteiger – Michael Gysis Agenda ist randvoll. Privat wünscht er sich auch weiterhin eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Gysi: „In den Bergen und mit der Distanz zum beruflichen Alltag kann ich mich selber reflektieren, komme ich zur Ruhe.“

Datum: Mai 2017