Lebensraumansprache

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Zentraler Bestandteil der ALL-EMA Methode ist die Erhebung von Biodiversitätsdaten durch Lebensraumkartierungen.

Bestimmung des Lebensraumtyps

Die Erfassung der Lebensraumtypen steht für das Ziel ‚Monitoring‘ im Vordergrund. Das bedeutet, dass die Ab- und Zunahmen einzelner Lebensraumtypen und Unterschiede zwischen Regionen für möglichst viele Lebensraumtypen nachgewiesen werden können. 

Die Definition der Lebensräume erfolgt nach der bestehenden Lebensraumtypologie „Lebensräume der Schweiz" von Delarze et al. (2008), die sich in den nationalen Projekten wie dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz und den zentralen Datenbanken von InfoFlora und InfoFauna als Standard durchgesetzt hat. Nach diesem System werden 174 Lebensraumtypen für die Schweiz unterschieden.

Im Projekt ALL-EMA werden 86 Lebensraumtypen der offenen Agrarlandschaft abgegrenzt. In Zusammenarbeit mit der Hintermann & Weber AG und weiteren externen Experten wurde ein botanischer Schlüssel für die Ansprache dieser Lebensraumtypen entwickelt. Die Erhebungen werden, wie auch beim Biodiversitätsmonitoring Schweiz auf einer Kreisfläche von 10 Quadratmetern durchgeführt.

Qualität von Lebensräumen

Die Bestimmung des Lebensraumtyps allein lässt einen ersten Schluss auf das Spektrum der Artenvielfalt an einem Standort zu. Innerhalb der Lebensraumtypen herrschen jedoch an unterschiedlichen Standorten oftmals beträchtliche qualitative Unterschiede vor.

Um die Qualität der Lebensräume erfassen und bewerten zu können, wurden in Zusammenarbeit mit Experten für einen Grossteil der Lebensraumtypen individuelle Listen mit je 25 Pflanzenarten erarbeitet, die zur Einstufung der Qualität im Feld verwendet werden, ohne dass es einer vollständigen Vegetationsaufnahme bedarf.

Strukturen

Die biologische Vielfalt verschiedener Artengruppen hängt mit der Anwesenheit bestimmter Strukturelemente in der Landschaft zusammen. Um die flächendeckende Erfassung der holzigen Strukturelemente durchzuführen, werden Luftbilder stereoskopisch ausgewertet. Hierfür werden in den Untersuchungsquadraten zuerst die Gebiete ausgegrenzt, die nicht zur offenen Agrarlandschaft gehören (Wälder, Gewässer, Siedlungen). Nach Vorlage der Klassen der Arealstatistik wird danach innerhalb der verbleibenden offenen Kulturlandschaft eine Karte mit Hecken und Feldgehölzen, Einzelbäumen und Baumgruppen sowie mit Einzelgebüschen und Gebüschgruppen erstellt.

Die Auswahl der im Feld zu registrierenden Strukturelemente stützt sich auf  Erfahrungen aus nationalen Programmen wie dem Inventar der Trockenwiesen und -weiden, der Arealstatistik, den Weisungen zu extensiven Weiden der Direktzahlungsverordnung und Expertenwissen. Die Strukturelemente werden im Feld auf dem gleichen Stichprobenraster wie die Lebensraumtypen, jedoch auf einer erweiterten Fläche von ca. 200 m2 erhoben.

Zusätzlich zu den Strukturerhebungen werden im gleichen Radius Erhebungen der invasiven Neophyten durchgeführt.

Lebensraumschlüssel