Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel fördern auch den Bodenschutz

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Wenn der landwirtschaftlich genutzte Boden seine natürlichen Funktionen behält, hilft das entscheidend mit, die Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu erreichen.

Im Ganzen hat die UNO 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung formuliert (UN-Sustainable Development Goals oder kurz SDGs genannt). Über die Produktionsfunktion des Bodens wird das SDG 2 «Food security and sustainable agriculture» gestützt, indem die Landwirtschaft nachhaltig sichere Lebensmittel produziert. Die regulierenden Funktionen des Bodens (z.B. als Wasser- und Nährstoffspeicher) und die Bedeutung des Bodens als Lebensraum mit hoher Biodiversität haben direkten Bezug zum SDG 15 «Terrestrial ecosystems: land degradation and biodiversity», in welchem die Landwirtschaft die Verarmung des Bodens als Lebensraum verhindern soll. Auch in Bezug auf den Klimaschutz (SDG 13 «Climate action») kommt dem Boden als Kohlenstoffspeicher eine wichtige Bedeutung zu.

Anpassung an den Klimawandel und ihr Einfluss auf den Boden

Der Klimawandel beeinflusst Bodenfunktionen direkt über Änderungen in Niederschlag, Temperatur und Feuchteregime. Anpassungsmassnahmen, die von Landwirten getroffen werden, um Risiken von Ertrags(Einkommens)-verlusten infolge Klimawandel zu minimieren, haben zusätzlich Einfluss auf Bodenfunktionen. Diese Wechselwirkungen zwischen fortschreitender Klimaänderung und damit einhergehenden Änderungen in der Bewirtschaftung wurden bislang wenig untersucht.

In einer kürzlich erschienenen Metastudie von 20 europäischen Fallstudien wurden Informationen über mögliche Einflüsse von Klimawandel und Klimaanpassung auf Bodenfunktionen und SDGs zusammengetragen. Die Studie zeigt, dass mit Klimaanpassungen zur Erhaltung der Produktivität häufig auch eine Verringerung des Erosionsrisikos und eine Zunahme des Bodenkohlenstoffgehalts einhergeht. Ausschlaggebend sind dabei Massnahmen wie Bewässerung, Änderungen in den Fruchtfolgen und in der Bodenbearbeitung.