Mikrobiologische Erhebungen

Nicht nur der Regenwurm, auch unzählige andere Klein- und Kleinstlebewesen leben im Boden. Bis heute ist die Welt der sogenannten Mikroorganismen weitgehend unerforscht. Deshalb hat die Nationale Bodenbeobachtung NABO ab 2012 begonnen, 30 ausgewählte NABO-Standorte (Abbildung) mikrobiologisch und molekularbiologisch zu untersuchen. Das Sammeln von mehrjährigen Datenreihen soll standorttypische Werte und dazugehörige Variabilitäten generieren. Auf dieser Basis können bodenbiologische Eigenschaften erfasst und die langfristigen Trends genauer beurteilt werden.

Bodenlebewesen spielen für viele Funktionen eine zentrale Rolle, wie zum Beispiel für die biologische Stickstoffbindung, den Abbau von organischem Material, die Nahrungsmittelproduktion und die Wasserfilterung. Die Lebenwesen selbst reagieren sensibel auf Umweltveränderungen und können so unerwünschte Bedingungen frühzeitig anzeigen.

Klassische mikrobiologische Messgrössen wie die mikrobielle Biomasse und die Basalatmung geben uns Informationen über die Menge der Bodenlebewesen respektive deren Aktivität. Darüber hinaus ist das Vorkommen von spezifizierbaren Organismen(-gruppen) von grossem Interesse. Die Zusammensetzung der Pilz- und Bakteriengemeinschaften kann mit molekulargenetischer Analytik ermittelt werden. Diese Methoden entwickeln sich rasch und bieten der Forschung stetig neue Möglichkeiten. Kann beispielsweise die Erbsubstanz entschlüsselt werden, lassen sich Bodenorganismen, deren Diversität und ihre Funktionen im Boden bestimmen. 

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Abbildung: Ausgewählte NABO-Standorte für die bodenbiologischen Untersuchungen (grün eingefärbt).

Projektinformationen

Projekt-Team: A.-S. Hug, A. Gubler, F. Widmer, M. van der Heijden und R.G. Meuli

Projektpartner:

  • Agroscope Forschungsgruppe Molekulare Ökologie
  • Agroscope Forschungsgruppe Bodenschutz & Bodenfruchtbarkeit
  • WSL Forschungsgruppe Rhizosphären-Prozesse

 

Projektdauer: 2012 - offen

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