Entomologie

Entomologie

Forschungsschwerpunkte

Populationsdynamik, Risikoprognosen und Entscheidungshilfen
In diesem Projekt untersuchen wir die Populationsdynamik, geographische Verbreitung und Phänologie zahlreicher Schädlinge im Acker-, Reb- und Gemüsebau (Maiszünsler, Blattläuse, Traubenwickler, Kirschessigfliege, Möhrenfliege). Ein Teil dieser Daten wird genutzt, um bessere Modelle zur Vorhersage der Phänologie zu entwickeln, um damit den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu optimieren. Ziel ist es, insbesondere die Phänologie des Maiszünslers, der Amerikanischen Rebzikade (Vektor der Rebenkrankheit „Goldgelbe Vergilbung“) und der beiden Traubenwickler zu modellieren. Daneben soll das Model zur Berechnung des Risikos der Virenübertragung durch Blattläuse im Saatkartoffelanbau weiter verfeinert werden. Die gewonnenen Informationen werden in Form von Empfehlungen an die Praxis aufbereitet und auf der Plattform agrometeo.ch im Internet publiziert.

Schadschwellen
Schadenorganismen führen erst dann zu wirtschaftlichen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, wenn sie in hoher Dichte vorkommen. Erst wenn das Aufkommen eines Schädlings einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, lohnt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Schadschwellen sind ein wichtiges Element im integrierten Pflanzenschutz und helfen den Landwirten, unnötige Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden. Wir untersuchen in Freilandversuchen das Schadpotential von diversen Insekten und leiten daraus ökonomische Schadschwellen ab. Aktuelle Forschungsarbeiten beziehen sich auf Reblaus, Erdfloh, Rapsglanzkäfer, Kartoffelkäfer und Getreidehähnchen und andere.

Schädlingsregulierung und Überwachung von Resistenzen
Der integrierte Pflanzenschutz (IPM) bemüht sich darum, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel auf das Nötigste zu beschränken. Erreicht wird dieses Ziel durch das Zusammenwirken einer Vielzahl von Massnahmen (Einsatz biologischer Bekämpfungsmethoden, Förderung der Nützlinge, Wahl resistenter Sorten, Zeitpunkt der Ansaat, Fruchtfolge, usw.). Unsere Forschungsarbeiten zielen darauf ab, integrierte Pflanzenschutzmassnahmen in verschiedenen Kulturen weiter zu optimieren, um das Risiko chemischer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft zu minimieren. In diesem Kontext untersuchen wir die Wirksamkeit verschiedener Pflanzenschutzstrategien und überwachen das Auftreten möglicher Resistenzprobleme.

Neu auftretende Schädlinge
Die Arbeiten haben zum Ziel, rasch auf das Auftreten neuer Schadenorganismen in landwirtschaftlichen Kulturen reagieren zu können. Dabei gilt es, relevante Informationen für die Praxis aufzuarbeiten, ergänzende Studien durchzuführen und innovative Lösungsansätze vorzuschlagen. Eine wichtige Rolle stellt dabei die Überwachung der Populationsdynamik neuer Schädlinge und Krankheitsvektoren (z.B. Drosophila suzuki, Halyomorpha halys, Scaphoïdeus titanus) an unterschiedlichen Standorten zur Vorhersage des Schadensrisikos.

Diagnostik und Beratung
Die korrekte Bestimmung der Artzugehörigkeit eines Schädlings und Kenntnisse zu seiner Biologie sind Voraussetzung für eine wirksame Bekämpfung. Wir beraten das BLW, die kantonalen Pflanzenschutzdienste, die Praxis sowie die breite Öffentlichkeit und bieten wissenschaftliche Unterstützung bei entomologischen Problemen im Acker-, Wein- und Gemüsebau an.

 

 

 

Kontakte

Forschungsprojekte

18-05-16-05-01

Regulierung von Schädlingen im Ackerbau und Grasland

Dem integrierten Pflanzenschutz steht heute eine Vielzahl an Instrumenten zur Verfügung, um die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel zu minimieren und Ernteerträge zu sichern. Das tatsächliche Potential dieser nicht-chemischen Alternativen für die Praxis ist jedoch noch zu wenig untersucht. Das Projekt entwickelt innovative Lösungen zur Bekämpfung der wichtigsten Schädlinge im Ackerbau und trägt damit zur Weiterentwicklung des nachhaltigen Pflanzenschutzes bei.

18-05-16-05-02

Schadarthropoden im Rebbau

Der Schweizer Rebbau ist infolge der Zunahme des globalen Warenverkehrs und des fortschreitenden Klimawandels immer häufiger mit neuen Schaderregern konfrontiert. Ziel ist es, den Winzern die nötigen Kenntnisse zur Verfügung zu stellen, damit sie sich den neuen Gegebenheiten Stellen und angemessen und nachhaltig auf neue Schädlinge reagieren können.