Innovation reduziert den Pestizideinsatz

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Innovation reduziert den Pestizideinsatz

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Alain Gaume -  Leiter Strategischer Forschungsbereich Pflanzenschutz

Kartoffeln, Freilandgemüse oder Mais: Frühling ist die Aussaat- und Pflanzzeit in der Landwirtschaft. Bäuerinnen und Bauern übernehmen jedes Jahr eine grosse Verantwortung, wenn sie die Kulturen und Sorten auswählen, die sich am besten für ihre Boden- und Klimabedingungen eignen und die Bedürfnisse des Marktes decken. Zusammen mit der Wahl der Anbautechnik bestimmen sie zu einem grossen Teil mit, wie sie ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern schützen. Und die Pflanzenschutzstrategie wirkt sich wiederum auf Ertrag, Gewinn und Umweltwirkungen aus.  

 

In diesem Kontext stehen Landwirtschaft und Forschung vor grossen Herausforderungen:

  • Neue Schadorganismen treten auf, insbesondere durch den Klimawandel
  • Die Anzahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel nimmt ab und es fehlen alternative Lösungen
  • Die Schweizer Bevölkerung fordert zunehmend Lebensmittel und Trinkwasser ohne Pestizidrückstände und eine gesunde Umwelt. Aktuell laufen dazu zwei Volksinitiativen, die den Einsatz von Pestiziden einzuschränken oder sogar zu verbieten wollen.

Der Bundesrat hat im vergangenen Jahr mit dem Aktionsplan zur Risikominderung und nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln auf diese Notwendigkeit reagiert. In diesem Zusammenhang müssen Agroscope und die nationalen und internationalen Forschungspartner weiterhin innovativ sein und neue, nachhaltige und wirksame Lösungen zur Prävention und Bekämpfung von Schädlingen entwickeln. Dies ist keine Empfehlung mehr, sondern eine dringende Notwendigkeit.

Konkret befassen sich mehr als 40 Agroscope-Projekte für einen nachhaltigen Pflanzenschutz und tragen zur Entwicklung einer integrierten Produktion bei. Mehr dazu erfahren Sie, wenn Sie auf die Stufen der Pyramide der integrierten Produktion klicken.

 

Entwicklung der integrierten Produktion

Klicken Sie auf die verschiedenen Stufen, um mehr über unsere Projekte zu erfahren

 
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In der integrierten Produktion steht die Prävention im Vordergrund. Hier geht es hauptsächlich um die Züchtung resistenter Sorten und die Entwicklung von Anbautechniken, welche für die Pflanzengesundheit förderlich sind. Gleichzeitig ist es unerlässlich, das Vorkommen von Schadorganismen zu überwachen, deren Entwicklung vorherzusagen und die Umsetzung geeigneter Massnahmen zu beurteilen. Wenn ein Eingreifen erforderlich ist, sollten die Methoden zum Einsatz kommen, welche mit dem geringstmöglichen Umweltrisiko verbunden sind. Erst wenn alle anderen Massnahmen fehlschlagen und die Erträge oder die Qualität der Pflanzen beeinträchtigt werden, sollten chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.

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