Thousand Cankers Disease bei Nussbäumen

Der Pilz Geosmithia morbida und sein Überträger Pityophthorus juglandis  

 

Thousand Cankers Desease
Grosses Bild: entrindeter Ast einer schwarzen Walnuss (Juglans nigra) mit starkem Befall.
(Foto: Ned Tisserat, Colorado State University, bugwood.org)
Kleines Bild: Walnussborkenkäfer (Pityophthorus juglandis)., Überträger des Pilzes Geosmithia morbida (Foto: Steven Valley, Oregon Department of Agriculture, bugwood.org)

Thousand Cankers Disease ist eine Krankheit von Walnussbäumen, die von einem Pilz (Geosmithia morbida) und seinem Überträger, dem Walnussborkenkäfer (Pityophthorus juglandis), ausgelöst wird. Der Pilz breitet sich in und um die Bohrgänge des Borkenkäfers aus und schädigt das Gewebe. Starker Befall kann bei anfälligen Sorten zum Tod des Baumes führen. Der Pilz und der Walnussborkenkäfer gelten als Quarantäneorganismen; ein Verdacht auf Befall muss unverzüglich gemeldet werden.

Thousand Cankers Disease ist eine Krankheit, die bei Walnuss- (Juglans spp.) und Flügelnussbäumen (Pterocarya spp.) auftreten kann. Ausgelöst wird sie vom Pilz Geosmithia morbida und seinem Überträger, dem Walnussborkenkäfer (Pityophthorus juglandis). Ursprünglich stammen Käfer und Pilz aus dem Südwesten Nordamerikas, haben sich aber im Westen der USA verbreitet und wurden auch in einige Oststaaten eingeschleppt. 2013 wurde die Krankheit erstmals in Europa im Nordosten von Italien gefunden. Auf natürliche Weise verbreitet sich der Walnussborkenkäfer einige Kilometer im Jahr. Mit befallener und infizierter Rinde, Holz mit Rinde, Holzabfällen oder Pflanzen können Pilz und Borkenkäfer jedoch einfach verschleppt werden.

Nicht alle Walnussarten sind gleich anfällig auf die Krankheit. Während die Arten im natürlichen Ausbreitungsgebiet kaum Schäden erleiden, stirbt die schwarze Walnuss (Juglans nigra) schnell ab. Die echte Walnuss (Juglans regia) ist zu einem gewissen Grad anfällig, geht aber selten an der Krankheit ein.

Die adulten Walnussborkenkäfer sind 1,5–1,9 mm lang und gelblich braun. Sie vermehren sich unter der Rinde und bohren kurze Gänge ins Nährstoff-Leitgewebe der Pflanzen (Phloem). In Italien sind die Käfer zwischen Mai und Oktober aktiv und überwintern als ausgewachsene Larven, Puppen oder junge, adulte Käfer unter der Rinde.

Der Pilz verbreitet sich zusammen mit dem Käfer: Sporen des Pilzes haften am Walnussborkenkäfer und werden abgestreift, wenn sich das Tier in die Rinde und das Holz von Walnussbäumen hineinbohrt. Der Pilz breitet sich im umliegenden Gewebe aus und tötet dieses ab. Wenn man die Rinde entfernt, ist um die Bohrgänge herum dunkles, feuchtes Holz (Baumkrebs, englisch: Canker) sichtbar. Bei starkem Befall entstehen sehr viele einzelne Krebsstellen (daher der Name Thousand Cankers Disease), die sich miteinander verbinden. Bei befallenen Bäumen welken zuerst Blätter und verfärben sich gelblich. Danach können ganze Zweige und Äste absterben.

G. morbida und der Walnussborkenkäfer gelten in der Schweiz und der EU als Quarantäneorganismen. Die Einfuhr von Wal- und Flügelnussholz ist in der Pflanzenschutzverordnung (PSV SR 916.20) geregelt. Zudem wird die Situation in der Schweiz mit Pheromonfallen überwacht. Bis heute wurde noch kein Befall gefunden.

Ansprechpersonen

Kantonale Pflanzenschutzdienste

Publikation

Weitere Informationen