Ausbreitung und Bekämpfungs- massnahmen

Carte-FD-Suisse

Die Goldgelbe Vergilbung kommt auf Schweizer Gebiet seit 2004 (TI) und im Weinbaugebiet Vevey-Montreux (VD) seit 2015 vor. Die Krankheit breitet sich über zwei Wege aus: durch die Übertragung von Rebstock zu Rebstock über den mit dem Erreger infizierten Vektor und durch das Inverkehrbringen von infizierten Reben. Aus diesem Grund müssen sowohl die GGV als auch ihr Vektor gesamtschweizerisch zwingend überwacht werden. Nur durch eine präventive und koordinierte Beobachtung kann die Ausbreitung der Krankheit aktiv bekämpft werden.

Mit den Kontrollen werden folgende Ziel verfolgt:

  • Verdächtige Weinreben aufspüren, Krankheit diagnostizieren und betroffene Pflanzen zerstören

  • Den Vektor in Rebschulen und betroffenen Rebbergen gemäss den geltenden kantonalen Bestimmungen bekämpfen

Übertragung

Von Rebe zu Rebe durch den Überträger der Phytoplasmen, eine Zikade (Scaphoideus titanus)

Durch das Inverkehrbringen von in Rebschulen infiziertem Pflanzenmaterial

Auftreten der ersten Symptome

Ein Jahr nach der Übertragung der Phytoplasmen auf die Pflanze durch den Vektor

Ein bis vier Jahre nach dem Pfropfen oder sogar noch später

Massnahmen gegen die GGV

Die infizierten Weinstöcke müssen ausgerissen und zerstört werden, um eine Übertragung der Krankheit durch den Vektor zu verhindern

Produktion von zertifiziertem Pflanzenmaterial, für das ein Pflanzenpass ausgestellt ist, der den Anforderungen des Schutzgebietes entspricht (ZP-d4). Durch eine Heisswasserbehandlung  der Stecklinge (50°C, 45 Minuten) werden die Phytoplasmen abgetötet. Überwachung der Parzellen zur Vermehrung von Edelreisern und Unterlagen (jeder verdächtigte Herd muss zwingend gemeldet werden) 

Massnahmen gegen den Vektor S. titanus

Beim alleinigem Nachweis des Vektors (S. titanus): chemische Bekämpfung begrenzt auf Parzellen mit Mutterpflanzen und Rebschulen.

Beim Nachweis von Vektor (S. titanus) und GGV: zwingende Behandlung des Rebberges mit Insektiziden

Eine Behandlung gegen den Vektor kann nur durch den zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst angeordnet werden.

 

Schutzgebiet

Um das Risiko einer Verschleppung der Goldgelben Vergilbung in bisher befallsfreien Rebgebieten der Schweiz, insbesondere in den nördlichen Landesteilen, zu mindern, haben die Pflanzenschutzbehörden die gesamte Schweiz ausser dem Tessin und dem Misox per 1. Juli 2009 zum Schutzgebiet («zona protecta», ZP) erklärt.
Pflanzen der Gattung Vitis müssen daher bei der Einführung in das Schutzgebiet höheren phytosanitären Anforderungen genügen. Diese Anforderungen sind in der Pflanzenschutzverordnung (Anhang 4, Kapitel II, Teil B) aufgeführt.

Die Zertifizierung im Sinne der Rebenpflanzgutverordnung des WBF ist für Unterlagsreben obligatorisch, für die Produktion von Pflanzgut aber fakultativ. Die Zertifizierung bietet indirekt eine zusätzliche Garantie dafür, dass die Pflanzen frei von GGV sind. In den für die Produktion von zertifizierten Edelreisern vorgesehenen Parzellen werden Stöcke mit Vergilbungssymptomen systematisch zerstört (eigentlich wegen der Schwarzholzkrankheit).