Maiswurzelbohrer – Diabrotica

Maiswurzelbohrer

Der westliche Maiswurzelbohrer stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Maisschädling. In den 90er-Jahren wurde der Käfer nach Europa verschleppt. In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren und ist daher immer noch ein Quarantäneorganismus und wird jährlich mit Pheromon-Fallen überwacht.

Aktuell: Übersichtskarte mit Fallenfänge und Präventionsmassnahmen – Stand: 10. September 2018

Diabrotice CH
Diabrotica CH

Erklärungen:


In der Kernzone gilt:

  1. Maistransporte jeglicher Art aus der Kernzone hinaus sind ab sofort bis zum 30. September 2018 grundsätzlich verboten. Erlaubt ist folgende Ausnahme:
    a) Siloballen und Trockenprodukte (Ganzpflanzenwürfel oder CCM-Würfel). Die Siloballen und Trockenprodukte müssen in einer Grastrocknungsanlage innerhalb der Kernzone hergestellt werden.
  2. Der Maisanbau im Jahr 2019 ist auf Parzellen, auf welchen im Jahr 2018 Mais angebaut wurde, verboten.
  3. Die Land- und Erntemaschinen die auf den Maisfeldern im Einsatz standen, sind ab sofort mit Hochdruck zu reinigen bevor sie die Kernzone verlassen. Trockene Maschinen können auch mit Druckluft gereinigt werden. Dies um die Verschleppung von Käfern und Eiern zu verhindern.


In der Sicherheitszone gilt:

  1. Der Maisanbau im Jahr 2019 ist auf Parzellen, auf welchen im Jahr 2018 Mais angebaut wurde, verboten.


Mais Fruchtfolge

  1. Der Maisanbau im folgenden Jahr ist auf Parzellen, auf welchen in diesem Jahr Mais angebaut wurde, verboten.

Quarantaeneorganismen Maiswurzelbohrer
Käfer (ung. 5 mm) auf Maisblattrand Maiswurzelbohrer

Der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Maisschädling. Die Hauptschäden verursachen die Larven des Käfers, die sich vor allem von Maiswurzeln ernähren und diese abfressen. Besonders gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen. In den 90er-Jahren wurde der Käfer nach Europa verschleppt und hat sich seither in Ost- und Zentraleuropa ausgebreitet. In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren.

In der EU wurde der Maiswurzelbohrer 2014 von der Liste der Quarantäneorganismen gestrichen, weil er dort weit verbreitet und eine Tilgung nicht mehr möglich ist. Da sich der Käfer in der Schweiz dank der Fruchtfolge nicht verbreitet hat, ist D. virgifera virgifera hierzulande immer noch ein Quarantäneorganismus und somit in der Pflanzenschutzverordnung geregelt. Ein Befallsverdacht muss umgehend dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

Seit 2003 wird die Maiswurzelbohrer-Situation in der Schweiz mittels Pheromonfallen jährlich überwacht. Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellen jedes Jahr über den Sommer ca. 150 Fallen auf; hauptsächlich in den Maisanbaugebieten und an Orten, wo der Käfer bereits im Vorjahr gefangen wurde. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch Verkehrsachsen und Flughäfen. Werden Maiswurzelbohrer gefangen, ist die Fruchtfolge im Umkreis von zehn Kilometern (Sicherheitszone) um den Fallenstandort obligatorisch. Zudem darf bis zum 30. September (Ende der Flugzeit der Käfer) aus dem fünf Kilometer Umkreis um den Fundort (Kernzone) kein Erntegut von Maisfeldern heraustransportiert werden, ausser als Siloballen. Um weder ausgewachsene Käfer noch Larven aus der Kernzone zu verschleppen, sind Ernte- und Bodenbearbeitungsmaschinen ebenfalls bis zum 30. September vor dem Verlassen der Kernzone konsequent zu reinigen (z.B. mit einem Hochdruckreiniger).

Im Tessin werden in fast allen Fallen seit dem Jahr 2000 jährlich Maiswurzelbohrer gefangen, da die Käfer regelmässig aus Italien einfliegen. Deshalb ist die Fruchtfolge im Kanton Tessin obligatorisch. Vereinzelt werden auch jedes Jahr einige Käfer nördlich der Alpen gefangen. Die vielen Fänge im Chablais (Kanton VD und VS) 2017 deuten darauf hin, dass sich der Käfer dort wegen Mais-Monokulturen etablieren und vermehren konnte. 2018 muss in dieser Region die Fruchtfolge deshalb zwingend eingehalten werden; die Situation wird im 2018 genau überwacht.