Quarantäneorganismen

Quarantäneorganismen

Durch den Handel von Pflanzenmaterial zwischen Kontinenten und Regionen werden immer wieder unwissentlich Schadorganismen verschleppt. Meistens bleibt dies ohne Konsequenzen; in einigen Fällen können sich die Organismen aber in der neuen Heimat ansiedeln und der Land- und Forstwirtschaft, dem produzierenden Gartenbau oder der Umwelt schaden. Oft haben gebietsfremde Organismen keine natürlichen Gegenspieler und können sich deshalb stark vermehren. Darum ist es wichtig, dass solche Organismen nicht eingeschleppt werden oder sich nicht verbreiten, wenn sie bereits präsent sind.

Die internationale Gemeinschaft hat Regeln erarbeitet, um die Verbreitung von land- und forstwirtschaftlichen Schadorganismen zu verhindern. Solche geregelten Schadorganismen werden als Quarantäneorganismen bezeichnet. Die FAO definiert den Begriff Quarantäneorganismus (QO) folgendermassen (inoffizielle Übersetzung): Ein Schadorganismus (Pflanzenschädling oder -krankheit), der für ein gefährdetes Gebiet von potentieller wirtschaftlicher Bedeutung ist und dort noch nicht auftritt oder nicht weit verbreitet ist und amtlich bekämpft wird.

Die Regelungen behindern jedoch den Handel und verursachen Kosten. Deshalb werden nur Organismen berücksichtigt, die in der Land- und Forstwirtschaft oder dem produzierenden Gartenbau Schäden verursachen und deren Verbreitung wirksam bekämpft werden kann. Schadorganismen, die bereits weit verbreitet sind oder nicht wirkungsvoll bekämpft werden können, gehören grundsätzlich nicht zu den QO.

Da die Schweiz im Bereich Pflanzengesundheit eng mit der EU zusammenarbeitet, gelten diesbezüglich hierzulande gleichwertige Vorschriften. So kann es vorkommen, dass einige QO in der Schweiz weit verbreitet sind, aber aufgrund der gemeinsamen Handelsregeln mit der EU immer noch als QO geregelt bleiben. In einem solchen Fall muss die Schweiz dazu beitragen, dass die QO nicht von der Schweiz in EU-Länder verschleppt werden. Die Schweiz kann aber Schadorganismen als QO geregelt lassen, die sich in der EU, nicht aber in der Schweiz etabliert haben. Ein Beispiel dafür ist der Maiswurzelbohrer (weitere Informationen unter Maiswurzelbohrer – Diabrotica, www.diabrotica.agroscope.ch).

Damit die geografische Verbreitung der wichtigsten QO bekannt ist, werden jährlich amtliche Gebietsüberwachungen durchgeführt. Die offiziellen Bekämpfungsmassnahmen müssen immer wieder der aktuellen Situation angepasst werden. Auch können Gebiete innerhalb der Schweiz in verschiedene Zonen eingeteilt sein. Die möglichen Bekämpfungsstrategien in der Schweiz sind folgende:

  1. Verhindern: Der Organismus kommt im Gebiet noch nicht vor. Die Massnahmen beschränken sich auf die Einfuhr und Vorsorgemassnahmen (Meldepflicht etc.).
  2. Tilgen: Der Organismus wird lokal festgestellt (Einzelherd). Das Ziel ist, den Organismus zu tilgen.
  3. Eindämmen: Der Organismus hat sich regional etabliert (Befallszone). Die weitere Verbreitung wird verhindert.

In jeder der oben beschriebenen Situation spielen zum Anpflanzen bestimmtes Pflanzenmaterial (Jungpflanzen, Edelreiser, Topfpflanzen etc.) eine wichtige Rolle. Unabhängig von der aktuellen Situation muss zwingend sichergestellt werden, dass solches Pflanzenmaterial frei von QO ist.

Ansprechperson

Kantonale Pflanzenschutzdienste

Liste der Quarantäneorganismen

Die Quarantäneorganismen sind in der Pflanzenschutzverordnung festgehalten.

Pflanzenschutzverordnung, (PSV) (SR 916.20)

Die potentiellen Quarantäneorganismen sind in folgenden zwei Verordnungen aufgeführt:

Hier finden Sie die aktuelle Übersicht über die Quarantäneorganismen und potentielle Quarantäneorganismen als xls-Tabelle (Stand: 1. Juni 2018)

Weitere Auskünfte

Die EPPO/OEPP hat ausführliche Beschreibungen der meisten Quarantäneorganismen veröffentlicht

EPPO/OEPP quarantine