Nachhaltigkeit und Ökoeffizienz der Landwirtschaft bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen

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Die Landwirtschaft nutzt die natürlichen Ressourcen mit dem Ziel der Nahrungsmittel-Produktion und übt gleichzeitig Einfluss auf die Umwelt und die übrigen Funktionen des Agrar­ökosystems aus. Obwohl in der Vergangenheit deutliche Fortschritte erreicht wurden, erwarten Politik und Gesellschaft, dass die Land- und Ernährungswirtschaft ihre Nachhaltigkeit weiter verbessert und die Ziellücken bei den Umweltzielen, der Ressourceneffizienz oder der Klimastrategie schliesst.

Um die Wirkung bisheriger Massnahmen beurteilen und den Handlungsbedarf erkennen zu können, bedarf es der Erfassung sowie der Modellierung von Ausmass und zeitlicher Entwicklung der Umweltwirkungen und Stoffflüsse der Land- und Ernährungswirtschaft mithilfe geeigneter Indikatoren, Inventare und Monitoringaktivitäten.

Neue Erkenntnisse zu Hauptursachen, Interaktionen und Einflussfaktoren bei den relevanten Emissionen der Landwirtschaft bilden die Basis für eine gezielte Erarbeitung von Entscheidungshilfen und Lösungsstrategien für Politik und Praxis damit die Ressourceneffizienz der Land- und Ernährungswirtschaft standortangepasst optimiert und Umweltbelastungen verringert werden können. Eine wesentliche Grundlage für den Vergleich von Lösungsstrategien bilden umfassende Lebenszyklusanalysen mit Wirkungsabschätzungen bezüglich aller relevanten Umweltwirkungen.

Mit dem Ziel ganzheitlicher und umsetzbarer Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft soll zudem ein Konzept zur systemorientierten Bewertung von Landwirtschaftsbetrieben bzw. deren Ökodesign bezüglich den drei Säulen der Nachhaltigkeit erarbeitet werden.

Wissenschaftliche Ziele und Forschungsfragen

  1. Welche Indikatoren, Wirkungsmodelle und Datenerhebungen sind geeignet für die Fortführung und Aktualisierung der Aktivitäten im Agrarumweltmonitoring und braucht es Anpassungen im heutigen Monitoring zur adäquaten Erfassung bestehender oder zusätzlicher Umweltwirkungen und der Ressourceneffizienz der Agrarsysteme?
  2. Welche Erkenntnisse ermöglichen die AUI-Berechnung/-Interpretation, Nationale Emissionsinventare und Umweltberichterstattung unter Einbezug der neuen Resultate von 2018-2021? Wo zeigen sich Handlungsbedarf (für vertiefte zusätzliche Abklärungen oder Ergreifung von Vermeidungs-/Lösungsmassnahmen) oder Erfolge bereits umgesetzter Massnahmen? Bestehen Ziellücken und wieweit sind diese erklärbar? Welche Verschiebungen der Umweltwirkungen der Land- und Ernährungswirtschaft sind zu erwarten als Folge der Änderung ausgewählter agrarpolitischer Regelungen?
  3. Wie gross sind einzelne Emissionen bzw. die Ressourceneffizienz der CH-Landwirtschaft tatsächlich, bei unterschiedlichen Bedingungen von Standort oder Betriebskonstellationen? Welches sind wichtigste Ursachen, Interaktionen und Hebel im System?
  4. Welches sind praktikable Lösungen/Massnahmen für Politik und landwirtschaftliche Betriebe zur Effizienzsteigerung, bzw. Minderung von Emissionen der Land- und Ernährungswirtschaft und wie gross sind deren Wirkung und Kosten? Gibt es allfällige Synergien oder Nebenwirkungen auf die Umwelt (pollution swapping)? Welche Entscheidungshilfen können den Akteuren bereitgestellt werden?
  5. Welche Indikatoren, Wirkungsmodelle und Aggregierungsvorgehen eignen sich für die Bewertung von Landwirtschaftsbetrieben der Schweiz bezüglich deren Nachhaltigkeit?