Potenziale erkennen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaftsbetriebe zu verbessern

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Die Schweizer Landwirtschaft ist im internationalen Vergleich kleinstrukturiert und weist neben wenigen grossen Betrieben einen hohen Anteil kleiner Betriebe auf. Die bestehenden Strukturen und die standörtlichen Produktionsbedingungen schlagen sich in einer tiefen Arbeitsproduktivität und in hohen Strukturkosten nieder und sind damit ein limitierender Faktor im Zusammenhang mit einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Mit Blick auf die sich stetig ändernden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen stellt sich die grundlegende Frage, welche Struktur- und Betriebsentwicklungsstrategien erfolgsversprechend sind und es den Betrieben durch die Umsetzung von Innovationen im Bereich Produktionstechnik und Organisation mittel- und langfristig ermöglichen, auch in offen(er)en Märkten nachhaltig zu wirtschaften.

Als Ausgangspunkt für die Erarbeitung von solchen Strategien sind die bisherige Strukturentwicklung und die bestehenden Strukturen, und allfällige Pfadabhängigkeiten zu analysieren und die relevanten wirtschaftlichen, strukturellen und sozialen Einflussfaktoren zu eruieren. Eine wesentliche Grundlage hierzu bildet die Zentrale Auswertung von Buchhaltungsdaten. In Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen von Agroscope werden ausserdem Kosten und Nutzen von Innovationen wie dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik oder Massnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz auf Betriebs- und Betriebszweigebene analysiert. Aufbauend auf den Erkenntnissen zur Strukturentwicklung und den relevanten Einflussfaktoren sollen konkrete Stossrichtungen und Massnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Landwirtschaftsbetrieben aufgezeigt werden.

Wissenschaftliche Ziele und Forschungsfragen

Die Erhebung der Einkommen (u.a. Landwirtschaftliches Einkommen) mittels Zufallsstichprobe erfolgt jährlich. Bezüglich des Erfassungssystems steht nach erfolgter Reform die Konsolidierung an, zu der eine umfassende Dokumentation gehört.

Unter anderem werden die Buchhaltungsdaten der Zentralen Auswertung verwendet, um die folgenden Forschungsfragen in Bezug auf eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu analysieren:

  1. Welche Betriebsstrategien sind im Hinblick auf die zukünftigen Rahmenbedingungen - wie beispielsweise offen(er)en Märkten - erfolgreich? Wie hoch sind die potenziellen Kosteneinsparungen bzw. Steigerung der Leistungen, wenn die Betriebe bzw. die Betriebszweige wachsen und/oder diversifiziert bzw. spezialisiert werden?
  2. Welches sind die wichtigsten Einflussfaktoren auf Struktur und Betriebsausrichtung (Grösse, Betriebstyp, Produktionstechnik, ausserlandwirtschaftliche Tätigkeit), die Resilienz (u.a. finanzielle Stabilität über die Jahre bei zunehmender Preisvolatilität) und die Wirtschaftlichkeit (Kosten und Leistungen)? Wie gross sind die Skaleneffekte bei den wichtigsten Betriebszweigen (Milch, Rindvieh- und Schweinemast, Ackerbau)?

In enger Zusammenarbeit mit produktions- und umweltorientierten Forschungsgruppen von Agroscope sollen die folgenden Fragen bearbeitet werden:

  • Wie gestalten sich Kosten und Nutzen von Innovationen auf Stufe Betrieb, Betriebszweig oder Verfahren wie des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnik (ICT, Precision Agriculture oder Smart Farming), Mass­nahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz (z.B. Einsatz von Stickstoffdünger und Pflanzen­schutz­mitteln, Einsatz von technischen Neuerungen), zusätzlichen Regelungen zum Schutz der Umwelt (z.B. Förderung der Biodiversität durch Ackerblühstreifen) oder eine Verbesserung des Tierwohls?