Strategische Erfolgspositionen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft in offenen Märkten aufzeigen

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Die exportorientierte Schweizer Volkswirtschaft ist an offenen Märkten interessiert, was den Druck für weitere Handelsliberalisierungen erhöht. Ein zunehmender Freihandel wird den Wettbewerb im Inland verstärken und speziell im Lebensmittelbereich zu tieferen und volatileren Rohstoff- und Produktpreisen führen. Umgekehrt ergeben sich neue Chancen im Export.

Mit Blick auf das übergeordnete Ziel der globalen und nationalen Ernährungssicherung stellt sich die Frage, welche Erfolgspositionen die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft in offenen Märkten aufweist bzw. wie sie sich in Zukunft positioniert. Dies unter Berücksichtigung des Kostenumfelds und der Anforderung, dass die Einkommen und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft mit anderen Wirtschaftssektoren Schritt halten müssen, damit in der Schweiz auch in Zukunft landwirtschaftliche Produkte erzeugt und verarbeitet werden. Im Kontext einer fortschreitenden Marktöffnung und einer veränderten Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Ernährungswirtschaft stellt sich aber auch die Frage nach der quantitativen und qualitativen Wirkung der bestehenden und allfälliger neuer agrarpolitischer Massnahmen.

Wissenschaftliche Ziele und Forschungsfragen

Im Zentrum der im Folgenden aufgeführten Forschungsfragen steht die Bemühung, sich auf Fragestellungen zu konzentrieren, die aufgrund der Besonderheiten der Schweiz auf den internationalen Agrarmärkten nicht durch Analogschlüsse aus dem Ausland beantwortet werden können.

  1. Welche Effekte üben Marktstützungsmassnahmen, die auf eine multifunktionale Landwirtschaft ausgerichtet sind, auf die Wohlfahrt aus? Welche Veränderungen ergeben sich im Zuge einer Marktöffnung? Wie werden anstehende Liberalisierungsmassnahmen (z.B. Abschaffung des Schoggigesetzes) zum Wohle der Volkswirtschaft ausgestaltet?
  2. Wo liegen die komparativen Stärken und Schwächen von Schweizer Lebensmitteln auf den internationalen Märkten? Wie können komparative Stärken ausgebaut und komparative Schwächen kompensiert werden?
  3. Welchen Beitrag leistet die Digitalisierung zur Qualitätsstrategie und zur Wettbewerbsfähigkeit? Was sind Kosten und Nutzen? Wie beeinflusst die Digitalisierung das B2C-Verhältnis?
  4. Wie wirkt die Preisvolatilität international und national auf die Strategien der Markt­teilnehmer? Wie beeinflussen die Marktteilnehmer Preisschwankungen auf den nationalen Märkten?
  5. Mit welchen Methoden und agrarökonomischen Modellen kann der Bedarf an wissenschaftlich abgestützen politischen Entscheidungsgrundlagen abgedeckt werden?