Agroscope informiert über die Zulassung von sieben neuen Rebsorten, die über eine dauerhafte Resistenz gegenüber den wichtigsten Pilzkrankheiten und hervorragende önologische Eigenschaften verfügen. Sie sind das Ergebnis von mehr als fünfzehn Jahren Züchtungsarbeit. Am 29. Januar 2026 wurden sie in Martigny (VS) an der Agrovina vorgestellt.
Die neu zugelassenen sieben Rebsorten heissen Florisia, Elaris, Orellis, Damona, Valpesia, Dioniso und Taranis. Doch was ist das Besondere an diesen vier weissen und drei roten Rebsorten? Sie verfügen über mindestens zwei Resistenzgene gegenüber Falschem und Echtem Mehltau - die beiden wichtigsten Pilzkrankheiten der Rebe. Dank der verwendeten Züchtungsstrategie bekannt unter der Bezeichnung «Genpyramidierung» konnte eine stabilere und nachhaltigere Resistenz erreicht werden. Die Sorten können dadurch den Anpassungsmechanismen der Krankheitserreger entgegenzuwirken und sind gleichzeitig wenig anfällig gegenüber Schwarzfäule und Botrytis.
80 bis 90 % weniger Pflanzenschutzbehandlungen
Die sieben neuen Rebsorten wurden in verschiedenen Terroirs in der Schweiz und in Frankreich getestet und haben sich auch in Jahren mit starkem Pilzbefall als wirksam gegen Falschen Mehltau und Echten Mehltau erwiesen. Um einen Verlust der Resistenz zu vermeiden und andere Sekundärkrankheiten zu bekämpfen, werden dennoch ein bis zwei Fungizidbehandlungen pro Jahr empfohlen. Die deutliche Reduktion der Pflanzenschutzbehandlungen trägt zu einem umweltfreundlicheren Weinbau bei.
Französisch-schweizerische Zusammenarbeit
Die neuen Rebsorten wurden in Zusammenarbeit mit dem INRAE, dem französischen Partnerinstitut zu Agroscope, entwickelt. Sie sind das Ergebnis von Kreuzungen zwischen Sorten, die von den beiden Instituten aufgrund ihrer önologischen Eigenschaften und ihrer Widerstandsfähigkeit ausgewählt wurden. Die Resistenz-Gene stammen von amerikanischen (Vitis rupestris, Vitis aestivalis, Vitis rotundifolia) und asiatischen (Vitis amurensis) Rebsorten.
Jeder Schritt im Selektionsprozess – von den Kreuzungen über die Resistenztests der jungen Setzlinge bis hin zur Bewertung im Rebberg und den Mikrovinifikationen – war aufwändig und erforderte Geduld und Sorgfalt.
Von den Tausenden von Samen, die seit 2009 ausgesät wurden, wurden nur die vielversprechendsten Pflanzen ausgewählt. Mit dieser aufwändigen Methode konnte Agroscope anerkannte resistente Rebsorten wie Divico züchten – die wichtigste resistente Rebsorte, die in unserem Land angebaut wird.
Weine der Zukunft
Die neue Generation von resistenten Rebsorten ist Teil einer Zukunftsvision: hochwertige Weine produzieren und gleichzeitig den ökologischen Fussabdruck des Weinbaus verringern. Die neuen Sorten erfüllen die steigenden Erwartungen der Gesellschaft an hochwertige, authentische und nachhaltige lokale Produkte.
Demnächst für Baumschulen verfügbar
Der nächste Schritt wird die Vermehrung der Sorten durch Baumschulen sein. Bis die ersten Weine verkostet werden können, muss man sich jedoch noch etwas gedulden. Die ersten Pflanzen werden voraussichtlich erst 2029 für die Winzerinnen und Winzer verfügbar sein.

