Herbsttagung 2018 der SGP «Pflanzenschutzmittel unter Druck» - Agroscope engagiert sich

SGP Pflanzenschutztagung

Am 13. September organisierte die Schweizerische Gesellschaft für Phytomedizin (SGP) die Herbsttagung, die in diesem Jahr bei der Firma Omya stattfand. Zahlreiche Forschende und Fachpersonen aus der landwirtschaftlichen Beratung und Entwicklung trafen sich in diesem Rahmen, um sich mit dem Thema «Pflanzenschutzmittel unter Druck – wie schützen wir unsere Kulturen in der Zukunft?» auseinanderzusetzen. 

Agroscope beteiligte sich mit der Hälfte der Präsentationen aktiv an der Gestaltung dieser Tagung.

Fabio Mascher erinnerte daran, wie wichtig die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten bei der Sortenzüchtung ist und stützte sich dabei auf seine Erfahrungen im Kampf gegen Pilzkrankheiten bei Weizen. Aurélie Gfeller erklärte, wie der Nachweis von Erkennungsmechanismen zwischen Pflanzen und die Induktion von Reaktionen, beispielsweise die Abgabe allelopathischer Stoffe, die Perspektive neuer Methoden der Unkrautbekämpfung eröffnet.

Dimitrios Drakopoulos befasst sich mit der Umsetzung präventiver Methoden gegen die Entwicklung der Ährenfusariose bei Weizen, wie der Einsatz von Mulchmaterial von Senf oder Alexandrinerklee, deren pilzhemmende Eigenschaften bekannt sind. Zur Suche nach alternativen Bekämpfungsmethoden gehören auch die Arbeiten von Veronika Zengerer mit dem Bakterium Pseudomonas orientalis F9, dessen antagonistische Rolle gegenüber Bodenpilzen wie Phytium ultimum gegenwärtig untersucht wird. 

Schliesslich lieferte Andreas Naef einen Überblick über alle laufenden Projekte der Forschungsgruppe Extension Obstbau, zum Beispiel die Beobachtung alternativer Methoden zur Unkrautbekämpfung in der Reihe, die Untersuchung der Einflüsse eines vollständigen Einschlusses der Parzellen mit Netzen auf die Populationen der Schädlinge und Nützlinge oder der Auswirkungen der sogenannten Low-Residue-Produktion sowohl auf die Entwicklung von Schädlingen und Nützlingen als auch auf die Qualität der Früchte. Agroscope beteiligt sich auch am Netzwerk für den gegenseitigen Austausch EUFRUIT (European Fruit Network), in dessen Rahmen nachhaltige Produktionssysteme entwickelt werden sollen. 

Mit ihrem Poster «Rückstandsarme Obstproduktion – Modellanlagen für den Integrierten Pflanzenschutz» gewann Diana Zwahlen einen Preis. Sie beschrieb die Ziele des Projekts Interreg und die Einrichtung von Modellparzellen mit Apfel- und Kirschbäumen in der Bodenseeregion. Die Analyse der zu diesen Parzellen gesammelten landwirtschaftlichen und ökonomischen Daten wird für die zukünftige Entwicklung der integrierten Produktion im Obstbau richtungsweisend sein.

Ein zweites prämiertes Agroscope-Poster von Gianna Wullschleger widmete sich dem wirksamen und nachhaltigen Pflanzenschutz mit der pflanzenspezifischen Anwendung von Insektiziden und Fungiziden in Gemüsereihen mithilfe des Spritzroboters von Steketee. Die Autorin zeigte auf, wie sich mit dieser Präzisionstechnologie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark reduzieren lässt, wobei sie sich auf Ergebnisse stützte, die mit dem Prototypen Steketee IC Weeder gesammelt wurden. 

Bei dieser informativen Herbsttagung konnte Agroscope der Öffentlichkeit zeigen, wie die Forschungsanstalt durch ihre Projekte wirkungsvoll zu einem zurückhaltenderen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beiträgt. Immer wieder wurde an der Tagung daran erinnert, wie aktuell dieses Thema ist und wie viel Beachtung es in den Medien erfährt. Die Ergebnisse dieser Projekte liefern die Grundlage zur Entwicklung von rasch umsetzbaren Lösungen für diese drängenden Anliegen und für nachhaltige Produktionssysteme.

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