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Grünlese – Rezept mit Nebenwirkungen?

Grünlese – Rezept mit Nebenwirkungen?

Becker A.
Schweizer Zeitschrift für Obst- und Weinbau. 147, (15), 2011, 4-7
Sprachen: deutsch, französisch
 
Typ: pdf Download deutsch (537 kB)

 
Zusammenfassung: Eine Ertragslimitierung mit dem Ziel der Qualitätssteigerung durch Grünlese ist in Weinjahren mit früher Ernte – wie sich das für 2011 wieder abzeichnet – nicht ganz bedenkenlos. Das Wegschneiden ganzer Trauben verstärkt infolge von Kompensationseffekten das gegenseitige Abquetschen der Beeren, was besonders unter noch spätsommerlichen Temperaturen im bereits zuckerhaltigen Gewebe rasch zu Botrytisinfektionenführen kann. Wenn überhaupt, sollte daher die Grünlese nur noch in geringem Umfang unter wettermässig kühlen Bedingungen erfolgen und generell nur bei lockerbeerigen Sorten angewendetwerden. Als Alternativen stehen andere ertragssenkende und gleichzeitig fäulnismindernde Massnahmen wie eine frühe Entlaubung und die Traubenhalbierung zur Verfügung. Solchen qualitätsschonenden Ansätzen sollte im Premium-Weinbau unbedingt der Vorzug gegeben werden. Insbesondere, da sich in diesem Segment ein erhöhter Arbeitsaufwand auch vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt her meist rechnet.

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