Stoll M., Berkelmann-Löhnertz B., Schwarz H-P., Friedel M., Tittmann S.
Schweizer Zeitschrift für Obst- und Weinbau. 147, (11), 2011, 10-12
Zusammenfassung: Die frühzeitige Erkennung von Stresssymptomen im Rebberg ist eine Voraussetzung
für die Auslösung von bedarfs- und zeitgerechten Gegenmassnahmen, ungeachtet
ob es sich umphysiologische (Trockenstress) oder pathogenrelevante (Pilzinfektionen)
Signale handelt. Die Früherkennung ist insofern von zunehmender Bedeutung,
als einerseits sowohl Ressourcen wie Wasser (und Energie) immer teurer
werden und andererseits auch die möglichst zielgerichtete Anwendung von Fungiziden
im Rebbau ins öffentliche Interesse rückt. Mit der Infrarot-Thermografie und
Fluoreszenzspektroskopie stehen heute Methoden in Entwicklung, die eine berührungsfreie
(nicht-invasive) Messung solcher Stressparameter – zumTeil selbst auf
grosse Distanz – erlauben. Die (Fern)erfassung beruht zurzeit noch im Wesentlichen auf der bildgebenden Verarbeitung der Blatttemperatur oder der Chlorophyll-Fluoreszen. Beide Ansätze lassen Rückschlüsse auf denWasserhaushalt der Rebe beziehungsweise auf stressbedingte Abläufe in der Fotosyntese und sogar auf spezifische Inhaltsstoffe zu.