Rérat, M., Stähli, P., Spranger, J.
Frühjahrstagung der Schweizerischen Vereinigung für Tierproduktion, 27. März 2008, SHL, Zollikofen. 2008, 1-1
Sprachen:
deutsch
Zusammenfassung: Während den ersten Wochen nach dem Einstallen leiden Mastkälber vorwiegend unter Respirationskrankheiten. Aufgrund der hohen Pneumoniehäufigkeit bei Mastbeginn wird die prophylaktische Antibiotikabehandlung aller Kälber beim Einstallen als sinnvoll erachtet. In einem Versuch an ALP mit Mastkälbern wurden verschiedenen Massnahmen der Pneumonieprophylaxe miteinander verglichen, nämlich eine Kontrollgruppe (n=19) ohne Einstallprophylaxe, eine Gruppe mit Einstallprophylaxe bei parenteraler Antibiotika-verabreichung (n=20) und eine Gruppe mit Einstallprophylaxe bei per oraler Antibiotikagabe (n=20). Die parenteral behandelten Kälber wurden durchschnittlich 2.1 ± 0.2 mal (inklusive Einstallprophylaxe) gegen Pneumonien behandelt. In der per oralen Gruppe betrug die Behandlungshäufigkeit 1.8 ± 0.2. Die Kälber der Kontrollgruppe (ohne Antibiotikabehandlung beim Einstallen) wurden 1.9 ± 0.2 mal gegen Pneumonien behandelt. Die mittlere Anzahl Behandlungen pro Kalb unterschied sich in den drei Kälbergruppen nicht (P > 0.05). Hingegen war der mittlere Tageszuwachs in der Kontrollgruppe während den ersten 10 Wochen nach der Einstallung signifikant tiefer. Für die Prävention von Respirationsleiden sind neben Antibiotika auch die tiereigenen Abwehrkräfte ausschlaggebend. In einem weiteren Versuch wurde die Hypothese untersucht, ob ein Einstallalter ausserhalb der Immunitätslücke die Gesundheit positiv beeinflusst. Bei den drei untersuchten Einstallaltern (2-4 Wochen, 5-7 Wochen, 8-10 Wochen alt) konnten keine signifikanten Unterschiede in der Pneumoniehäufigkeit während den 10 ersten Wochen nach der Einstallung festgestellt werden. Eine komplementäre Behandlung beim Einstallen mit einem homöopathischen Produkt (Echinacea / Argentum metallicum) hat die erwartete immunstimulierende Wirkung nicht gezeigt.
Signatur: PUB 2008/3821*