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Technologie der Butterprodukte

Herstellung von Butter

Butterungsverfahren

In der Butterherstellung werden verschiedene Verfahren eingesetzt.
Die am meisten verwendeten sind:
  • Batchverfahren (Fertiger):
    Der Butterungsrahm wird für 30-45 Minuten geschlagen bis Butterkörner entstehen und sich die Buttermilch abtrennt. In der Regel werden die Butterkörner mit Wasser gewaschen. Danach wird bis zur möglichst homogenen Buttermasse geknetet.
     
  • Kontinuierliche Butterungsmaschine:
    Der mit einer Pumpe kontinuierlich zugeführte Rahm wird mit schnell rotierenden Schlägern geschlagen. Nach ca. 30 Sekunden wird die Rahmemulsion gebrochen. Es entstehen Butterkörner und Buttermilch. Der grössere Teil der Buttermilch fliesst ab, der Rest wird in die Butter eingearbeitet. In mehreren Knetstufen wird anschliessend die Butter homogen geknetet. In einer letzten Bearbeitung können Salzsuspensionen, sowie Milchsäure- und Aromakonzentrate zudosiert und eingearbeitet werden (NIZO-Verfahren)

  • Alfa-Verfahren:
    Rahm (oder Butter) wird auf den gewünschten Fettgehalt eingestellt und erhitzt. In Kratzkühlern wird unter Schockkühlung die Phasenumkehr eingeleitet. Mittels Pinworkern und Ruherohren wird der Butterungsprozess vervollständigt. Oft entsteht eine harte, spröde Butter, die in Butterhomogenisatoren weiter bearbeitet werden muss. Kalorienreduzierte Butterprodukte, Butterzubereitungen oder rekonstituierte Produkte (z.B. cholesterinfreie Butter) werden häufig in sogenannten Combinatoranlagen (Alfa-Verfahren) hergestellt. Zur Herstellung von rekonstituierter Butter wird in der Regel nach der Mischung der Ausgangsstoffe das Alfa-Verfahren eingesetzt. Die Herstellung von Butterprodukten aus einzelnen Ausgangsprodukten wie Milchfett, Magermilch, Buttermilch, Säurewecker und andern Milchbestandteilen wird vor allem in der Grossproduktion angewendet.
Die technologisch erzielbare untere Grenze des Butterfettgehaltes liegt bei 610-620 g/kg. Sind Produkte mit noch tieferen Fettanteilen herzustellen, müssen spezielle Technologien angewendet und erhöhte Protein- (Emulgator)-gehalte eingesetzt werden. Grundsätzlich kann mit allen Verfahren sowohl Sauerrahm, wie auch Süssrahm verbuttert werden. Um die Vorteile der süssen Buttermilch nutzen zu können, wird Butter allerdings zunehmend nach dem NIZO-Verfahren produziert. Die aus Süssrahm hergestellte Butter, wird beim NIZO-Verfahren in der Endstufe der Butterungsmaschine mit biologischen Milchsäure- und Aromakonzentraten zu einer ”Sauerrahmbutter” umgewandelt. Die Bezeichnung für diese Butter lautet entweder ”gesäuerte Butter”, ”mildgesäuerte Butter”, ”alternative” oder ”sonstige Butter”. Der Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass süsse Buttermilch anfällt, die wesentlich besser verwertet werden kann, als saure Buttermilch (Pulverherstellung).

Buttersorten

In der Schweiz sind folgende Butterprodukte auf dem Markt:

Vorzugsbutter
Unter Vorzugsbutter werden gesäuerte aus Sauerrahm hergestellte Butter, sowie gesäuerte aus Süssrahm hergestellte und danach direkt gesäuerte Butter oder Süssrahmbutter (gesalzen oder ungesalzen, wobei die gesalzene Butter nur kleine Marktanteile bestreitet) verstanden.

Käsereibutter
Diese Butter wird aus einem Gemisch von Milch- und Sirtenrahm (60:40) ohne Ansäuerung produziert. Die Marktanteile sind sehr klein (Ortsverkauf). Daneben gibt es eine Art “Käsereibutter”, die in Butterzentralen aus eingeliefertem Milch- und Sirtenrahm fabriziert wird. Wichtig ist dabei, dass der Sirtenrahm nicht angesäuert wird, damit der Kupfergehalt in der Sirtenbutter tief gehalten werden kann.

Daneben wird in Käsereien produzierte Butter an Butterzentralen abgeliefert. Falls diese Butter den Qualitätsanforderungen an Tafelbutter entspricht, wird sie mit Hilfe des Alfaverfahrens nachpasteurisiert und danach ebenfalls als Käsereibutter in den Handel gebracht. Butter aus der gewerblichen Produktion wird aber oft direkt zu Eingesottener Butter verarbeitet.

Kochbutter (“Die Butter”)
Ein Gemisch aus Milch- und Sirtenrahmbutter (95:5). Als Milchrahmbutter wird sowohl inländische wie auch ausländische gesäuerte Butter verwendet. Neben gelagerter Vorzugsbutter wird immer häufiger frisch hergestellte Milchrahmbutter eingesetzt, oder sogar ein Gemisch aus Milch- und Sirtenrahm verbuttert und direkt ausgeformt.

Eingesottene Butter
Andere Bezeichnungen sind z.B. Bratbutter, wasserfreies Milchfett sowie Butteröl oder Ghee. International werden die verschiedenen Bezeichnungen in der Qualitätsdifferenzierung gezielt eingesetzt. Wasserfreies Milchfett, auch kurz AMF (Anhydrous Milk Fat) genannt, entspricht höchsten Qualitätsansprüchen und besteht zu 99,9 % aus Milchfett. Butteröl und Ghee hingegen sind weniger reine und qualitativ weniger hochstehende Produkte.

Die Herstellung erfolgt grösstenteils aus Butter. Zu diesem Zweck wird die Butter aufgeschmolzen, zentrifugiert zur Abtrennung der Serumphase, mit Wasserdampf extrahiert und unter Vakuum hocherhitzt. Soll eingesottene Butter als Bratbutter eingesetzt werden, wird mit Hilfe von kleinen Buttermilchzusätzen in der Endstufe der Herstellung ein geeignetes Aroma erzeugt.

Neuerdings wird AMF direkt aus Rahm hergestellt. Der Rahm wird zu diesem Zweck in Spezialseparatoren aufkonzentriert und gebrochen, danach kann prinzipiell wie bei Butter als Ausgangsprodukt vorgegangen werden. Anstelle der Wasserdampfextraktion könnte auch eine Entlüftung mittels inerter Gase, wie z. B. Stickstoff, durchgeführt werden. Dieses Verfahren wird in der Pflanzenölproduktion oft eingesetzt. Bei Versuchen mit Milchfett hat sich das Verfahren jedoch nicht bewährt.

Eingesottene Butter ist somit praktisch reines Milchfett, hergestellt aus inländischer oder ausländischer Milchrahmbutter, sowie aus Käserei- oder Sirtenbutter.

Soft Eingesottene Butter
Mit Stickstoff aufgeschäumte Bratbutter. Das Volumen wird durch das Stickstoffgas um 30 % erhöht, wodurch eine relativ weiche aber spröde Bratbutter entsteht.

Butterbratcrème
Ein bei Raumtemperatur cremiges Bratbutterprodukt, welches aus Eingesottener Butter, Olein- und Stearinfraktionen hergestellt wird.

Light Butter 
Eine kalorienreduzierte Butter mit einem Fettgehalt von 50 %. Sie enthält einen erhöhten Proteinanteil (3-5 %) und ist in der Regel bei Kühlschranktemperatur sehr gut streichbar. Als Ausgangsprodukt dient Vorzugsbutter, welche mit Milchbestandteilen auf den erforderlichen Gehalt gemischt wird.

Butterzubereitungen
Mischprodukte aus Butter und andern Lebensmittelzutaten. Sie müssen einen Mindestfettgehalt von 51 % aufweisen. Im Gegensatz zu anderen Butterprodukten dürfen sie Fremdfette enthalten, falls dies durch die Zumischung unvermeidlich ist.

Bäckereibutter
Die Bäckereibutter stellt ein Zwischenprodukt, das aus Butter und einer hochschmelzenden Milchfettfraktion (Stearinfraktion) hergestellt wird, dar.

Als Zwischenprodukte sind auch Margarineprodukte mit einem hohen Butteranteil (bis zu 30 %) erhältlich. Neu ist auch ein Streichfettprodukt auf dem Markt, welches zur Hälfte aus Margarine und Butter besteht.

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